Bad Krozingen ist Pilotstadt eines Klima-Projekts der Uni Freiburg

Die Badische Zeitung berichtete am 9. Juli mit folgendem Text über eine Gemeinderatssitzung, in der Stefanie Lorenz und Prof. Hartmut Fünfgeld die Rahmenbedingungen des LoKlim-Projekts in Bad Krozingen vorstellten.

Während große Städte Klimaschutz und Klimawandelanpassung aus der eigenen Verwaltung heraus angehen können, fehlen kleinen und mittleren Kommunen dazu häufig die Kapazitäten. Die Universität Freiburg will in einem nun gestarteten, landesweit angelegten Projekt einen Katalog mit konkreten und anwendungsorientierten Maßnahmen entwickeln. Bad Krozingen ist darin eine von drei Pilotgemeinden im Land.

„Der Klimawandel ist da“, sagte Hartmut Fünfgeld, Inhaber des Lehrstuhls Geographie des Globalen Wandels an der Uni Freiburg, in der jüngsten Sitzung des Bad Krozinger Gemeinderats. „Und auch wenn morgen auf alle fossilen Brennstoffe verzichtet werden würde, wären die Folgen des Wandels noch über einige Jahrzehnte spürbar.“ Daher sei es neben dem Klimaschutz wichtig, sich dem Klimawandel anzupassen. Auch Kommunen hätten dabei einige Möglichkeiten und trügen Verantwortung. Bad Krozingen – neben Kehl und Böblingen eine von drei Pilotkommunen – sieht Fünfgeld als besonders betroffen an, einerseits durch die große Bedeutung von Gesundheitsbetrieben, Tourismus und Landwirtschaft, andererseits durch sein starkes Wachstum. Auf dieser Basis gelte es, konkrete Handlungsfelder zu erschließen.

Hier setzt das vom Bund, Landkreisen und Kommunen unterstützte, zunächst auf drei Jahre angelegte Projekt „Lokale Kompetenzentwicklung für Klimawandelanpassung in kleinen und mittleren Kommunen und Landkreisen“ (LoKlim) an. „Wir wollen konkrete Ideen geben und die Ansätze auch in ihrer Umsetzung begleiten“, sagte Co-Projektleiterin Stefanie Lorenz.

Dazu sollen bis 2021 mit Experten, Vertretern der Stadtverwaltung und aus der Bürgerschaft heraus Handlungsfelder ermittelt und priorisiert werden. Gelder, um etwa mit Ingenieuren an der Umsetzung mitzuwirken, stünden laut Lorenz nicht zur Verfügung. Sie verwies stattdessen auf Förderprogramme des Landes, etwa den Klimopass.

Grundsätzlich stieß das Projekt im Gemeinderat auf offene Ohren und Wohlwollen. „Es ist gut, dass wir uns für die Teilnahme beworben haben und ausgewählt wurden, sodass wir von anderen Projektpartnern lernen können“, sagte Bad Krozingens Bürgermeister Volker Kieber. Corinna Quartier (Grüne) regte an, dass die Arbeit des AK Klimaschutzes mit einfließen könnte.

Es blieben aber auch Fragen offen, wie das Projekt und die anschließende Umsetzung tatsächlich ablaufen sollen. So merkte etwa Volker Schmitt (Bürgerforum) an, dass es ein recht theoretischer Vortrag war. „Ja, es ist momentan noch sehr schwammig und unkonkret“, gab Stefanie Lorenz unumwunden zu. „Das ist ganz bewusst so, damit in Bad Krozingen und den hiesigen Akteuren die Schwerpunkte gesetzt werden können.“ Ob also tatsächlich ein anwendungsorientierter Maßnahmenkatalog entwickelt werden kann, der Bad Krozingen und anderen Kommunen bei der Klimawandelanpassung helfen kann, und wie dieser aussehen wird, kann erst die Zukunft zeigen.

Wichtig für die Zusammenarbeit und deren Erfolg sei ein konkreter Ansprechpartner in der Stadtverwaltung. Diesen Part übernimmt bis auf Weiteres Stefanie von Detten, die allerdings noch für einige andere Aufgaben im Rathaus verantwortlich ist. Und auch Bürgermeister Kieber erinnerte daran, dass aufgrund fehlender personeller Ressourcen in der Stadtverwaltung „nicht alles auf einmal“ gemacht werden könne, die dreijährige Laufzeit des Projekts sei daher gut.

So kam die Diskussion auf die Anstellung eines Klimaschutzmanagers, den Gemeinderat und Stadtverwaltung schon seit geraumer Zeit gern beschäftigen würden, der aber noch nicht gefunden wurde. Frank Nopper (FDP) wollte etwa wissen, wie der Austausch mit anderen Kommunen ablaufen könne und welche Rolle Klimaschutzmanager dabei spielen könnten. „Eine ganz wichtige“, sagte Lorenz, „denn wir wollen die Vernetzung stark vorantreiben“.

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